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Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsmethode, die auf medizinischen Grundlagen wie Anatomie, Physiologie, Biomechanik, Embryologie und Pathologie aufbaut. Sie betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und berücksichtigt die funktionellen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen und Körpersystemen.

Im Zentrum der osteopathischen Behandlung stehen die individuelle Anamnese, die klinische Untersuchung und die Beurteilung von Funktion und Beweglichkeit. Dabei werden sowohl die unmittelbar betroffene Region als auch mögliche funktionelle Zusammenhänge mit anderen Körperbereichen berücksichtigt.

Eine osteopathische Behandlung umfasst eine Vielzahl manueller Techniken. Diese werden individuell auf die Patientin bzw. den Patienten, den jeweiligen Befund und das Behandlungsziel abgestimmt. Dabei können unter anderem Gelenke, Muskeln, Faszien und weitere Bindegewebsstrukturen sowie andere anatomische Strukturen untersucht und behandelt werden.

Ein wesentlicher Bestandteil der Osteopathie ist die patientenzentrierte und ganzheitliche Betrachtung. Beschwerden werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext der individuellen, körperlichen Situation und – sofern relevant – weiterer Einflussfaktoren.

Osteopathie orientiert sich an medizinischem Wissen und entwickelt sich im Austausch mit Forschung und klinischer Erfahrung kontinuierlich weiter. Die wissenschaftliche Evidenz zu osteopathischen Verfahren ist je nach Beschwerdebild und Intervention unterschiedlich und wird laufend weiter untersucht.

Eine osteopathische Behandlung ersetzt keine notwendige, ärztliche Diagnostik oder andere medizinisch erforderliche Behandlungen. Bei Hinweisen auf Erkrankungen oder Beschwerden, die einer weiterführenden, medizinischen Abklärung bedürfen, ist eine entsprechende ärztliche Untersuchung beziehungsweise interprofessionelle Zusammenarbeit erforderlich.

In Österreich ist Osteopathie derzeit kein eigenständiger, gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf. Osteopathische Behandlungen werden daher im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Berufsberechtigung durchgeführt. Die OEGO setzt sich für eine qualitätsgesicherte Ausbildung, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Osteopathie sowie die gesetzliche Anerkennung des Berufsstandes ein.